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Homo Sapiens Salticus Formationis Giessensis

Biologie und Verhalten des gemeinen Giessener Formationstänzers

 

Zum Jahresende 2005 wurde in dem kleinen deutschen Ort Giessen in Mittelhessen, ca. 10 km nördlich von Butzbach, das erstmalige Auftreten einer neuen Art der Unterfamilie Homo sapiens salticus formationis aus der Familie des Homo sapiens salticus salticus entdeckt und nach der Region seiner Entdeckung Giessen benannt.

Lokalisation

Geographisch tritt der gemeine Giessener Formationstänzer, Homo sapiens salticus formationis giessensis (im Folgenden Hssfg)vor allem in Mitteleuropa in der Region Giessen, Hessen, Deutschland auf.

Es sind 21 Individuen derzeit bekannt. Dank genauerer Beobachtungen unserer Forscher konnten zu dieser neuen Art auch innerhalb der Gruppe bereits einige Unterarten wie den Homo sapiens salticus formationis giessensis Subspezies annerodensis oder subspez.saarlandensis identifiziert werden.

Morphologie

Der gemeine Hssfg zeigt sowohl bei Männchen wie auch Weibchen eine unterschiedliche Größenausprägung, von ca. 160 cm bis ca. 190 cm, und erreicht ein Durchschnittsgewicht von ca. 90 kg bei ♂  bzw. 65 kg bei ♀. Außerhalb der Brunftzeit zeigt sich das Männchen meist in tristem Schwarz, das Weibchen in tristem Schwarz-weiß, mit eher undefiniertem Deckhaar. Zur Brunftzeit hingegen tritt eine auffällige temporäre Veränderung beider Geschlechter auf. Der Corpus beider Geschlechter nimmt eine eher dunkle Grundfarbe an, das Deckhaar färbt sich glänzend schwarz. Das Männchen legt ein hauptsächlich schwarzes Balzkostüm an mit weißer Brustfärbung und Schleifenbildung am Hals, es erfolgt die Bildung eines längeren schwarzen Doppelschwanzes am Hinter- ende. Seine Füßchen färben sich glänzend schwarz. Im Unterschied zur restlichen Tierwelt sind die Veränderungen des brünftigen Weibchens jedoch deutlich auffälliger. Das Brunftgewand des Hssfg-Weibchens ist strahlend orange ins Weiße auslaufend mit rechtseitiger Flügelbildung. Im Licht scheinen das Brunftgewand, Kopf und Gesicht des Weibchens zu glitzern, was seine Attraktion für Männchen und Wissenschaftler deutlich zu steigern scheint. In Fachkreisen wird dieser Zustand auch als Schön bezeichnet.

Zu dem gemeinen Hssfg gesellen sich ab und an auch Artfremde, sog. „Freunde“.

Ethologie

Allgemein: Im Allgemeinen ist der Hssfg ein eher stationäres Tier. Migrationsbewegungen beschränken sich meist auf 200-300 km, können aber schon einmal bis Irland, Südafrika oder Indien reichen. [von diesen Wanderungen kehren die Individuen meist etwas verwirrt zurück, scheinbar verträgt der Hssfg lange Trennungen von der Gruppe nur schlecht.] Ob diese weiten Wanderungsbewegungen dem genetischen Austausch mit anderen Arten dienen ist bislang nicht bekannt.

Scheinbar ist es auch möglich Individuen anderer Arten mit aufzunehmen. So wurde in jüngster Zeit beobachtet, dass ein herrenloses junges Männchen der Art Homo sapiens salticus formationis oberhausensis in die Gruppe aufgenommen wurde, es hat alle Verhaltensweisen weitestgehend adaptiert. In der Balz macht es allerdings im Unterschied zu anderen Individuen durch schnelle Zungenschläge auf sich aufmerksam. Meist sind diese gepaart mit ruckartigem Öffnen und Schließen des Reißverschlusses im unteren Körperbereich. Über den Sinn dieser auffällig unterschiedlichen Balzrituale scheinen sich sowohl die Forscher als auch andere Hssfg-Individuen nicht ganz einig zu sein.

Darüber hinaus ist auffällig das beim Hssfg eine anatomische Anomalie in der Kniestabiltät auftritt. Dabei scheint gerade der Hssfg sspez.joeckelensis eine besondere und beeindruckende Schmerzunempfindlichkeit zu haben. [Hier besteht noch großer Forschungsbedarf, ob diese Unempfindlichkeit nicht nur während der Paarungszeit auftritt, aufgrund möglicherweise berauschend wirkendender Pheromone der brünftigen Weibchen.]

Der Hssfg zeigt ein ausgeprägtes Gruppenverhalten und kann in regelmäßigen Abständen dabei beobachtet werden, wie er sich in großen überdachten Räumen zusammenfindet, um dort zu rhythmischen Klängen seinem meist mehr oder weniger synchronem Bewegungstypus zu praktizieren.

Ende Januar beginnt schließlich die Paarungssaison, das Verhalten wird im Folgenden eingehend erläutert.

Gruppenverhalten

Das bereits erwähnte Gruppenverhalten des Hssfg findet meist 3-4-mal pro Woche in großen Räumen der Größe 14 x 14 m statt. Dabei treten meist eine gleiche Anzahl von männlichen und weiblichen Exemplaren auf. Auffällig ist jedoch die wechselnde Anzahl der das Gruppenverhalten zeigenden Individuen. Während nach der Brunftzeit (1-2 Monate pro Jahr, meist um Februar) der Hssfg kurzzeitig vollkommen verschwindet, [Wissenschaftler gehen derzeit noch von einer Art Frühjahrschlaf aus, dessen Art aber auch vor allem Lokalisation noch unbekannt ist] zeigt er sich in geringer Anzahl und wechselnden Individuen meist erst ab Mai wieder. [Es wird vermutet, dass manche der Individuen sich in der Paarungssaison zu stark verausgabt haben und daraufhin erst im späteren Teil des Jahres wieder das scheinbar angeborene Gruppenverhalten zeigen.] Zu dieser Zeit ist vor allem ein erhöhter Anteil an Männchen zu verzeichnen. Gegen Dezember zeigt sich eine deutliche Zunahme des Gruppenverhaltens, es treten auch nun vermehrt Weibchen auf (oft, vor allem ab Anfang Januar kann man oftmals sogar die gleich Anzahl Weibchen wie Männchen verzeichnen), immer öfter kommt es in dieser Zeit dazu, dass sich sogar alle 21 Individuen gleichzeitig zusammenfinden.  Es finden sich immer mehrere Individuen dieser eindrucksvollen Art während des Gruppenverhaltens zusammen, meist paarweise, teilweise aber auch geschlechtsgetrennt, um zu rhythmischen Klängen gemeinsame Bewegungen in der Mitte des Raumes durchzuführen, deren Synchronität zur Brunftzeit hin immer mehr zunimmt und in dieser teilweise sogar ungeahnte Ausmaße annehmen kann. Auffällig ist dabei, dass sich von den 21 Individuen immer nur maximal 16 in der Mitte des gewählten Raumes befinden, während sich die übrigen mehr oder weniger ruhig und konzentriert am Rande der Fläche bewegen oder auch nicht.

Das Gruppenverhalten kann so exzessiv werden, dass sich über ganze Wochenenden erstreckt, wobei zu diesen Gelegenheiten meist größere Räumlichkeiten aufgesucht werden, zu denen meist mehrere Individuen in Kleingruppen zusammen wandern. Hier ist besonders erwähnenswert, dass auch nachdem ein gewisser Erschöpfungszustand erreicht zu sein scheint, manche Individuen die übrigen immer weiter zu den rhythmischen Bewegungen anzutreiben scheinen. Dabei tritt immer wieder besonders eines der Paare besonders in den Vordergrund. Hierbei scheint vor allem das Weibchen zu weithörbaren und offensiven Lautäußerungen zu neigen. Ob es Zufall ist, dass dies das derzeit einzige Pärchen ist, welches beim Brüten bzw. sogar teilweise der Jungenaufzucht beobachtet werden konnte, wird noch diskutiert. Kausale Zusammenhänge konnten bislang noch nicht verifiziert werden. Im Zustand der totalen Erschöpfung zeigt ein Großteil der Gruppe schließlich den nicht zu vernachlässigenden Konsum der alkoholhaltigen Flüssigkeit Amarula, welche entspannende Funktion zu haben scheint. Es zeigen sich ebenso bereits die Anfänge der für den Hssfg typischen rhythmischen Lautäußerungen, welche in der Brunftzeit zunehmen.

Brunft

Wie bereits erwähnt, beginnt die Brunftzeit gegen Februar eines Jahres. Im Vorlauf zeigt vor allem das Weibchen eine zunehmende Reizbarkeit. Dabei tritt immer wieder  die bereits  schon erwähnte Orangefärbung  bei einigen Weibchen auf, welche von den anderen Weibchen mit murmelnden Lautäußerungen begleitet wird. Der Zweck hiervon ist noch nicht vollständig aufgeklärt, es wird vermutet, dass das Männchen bereits in diesem frühen Stadium für den Farbwechsel sensibilisiert und auf die Brunftsaison vorbereitet wird. Auch die Flügelbildung entspricht hier noch nicht vollständigem Brunftgewand. Es treten die Variation, weiß-stummelflügelig (rechts-, links-, beidseitig), linksflügelig und sogar zweiflügelig auf.

Zur Brunftsaison finden sich alle Individuen zusammen und migrieren in der Gruppe zu den bekannten Massenpaarungsplätzen des Homo sapiens salticus formationis, um dort mit anderen, weniger prachtvollen Unterarten das artspezifische Liebesspiel zu zeigen.

Vor Beginn reiben sich beide Geschlechter sich hektisch eine braune Masse auf den Corpus, die Weibchen zeigen ein ausgeprägtes Haarzerrverhalten. Kurz vor Beginn des Liebesspiels zeigt sich der Hssfg schließlich in seinem bereits beschriebenen prachtvollen Brunftgewand.

Auf der Fläche bewegen sich schließlich Männchen und Weibchen in einer bis dahin selten gesehenen Harmonie und Synchronität zu immer wieder den gleichen Melodien. Dabei ist auffällig, dass meist eines der Männchen vor der Gruppe weg zu rennen scheint, wobei es sich hinter 2 großen Plüschpinguinen versteckt. Es schleicht sich an das Kopfende der Fläche und beobachtet von dort verzückt, manchmal jedoch auch mit aggressiven Lautäußerungen das Liebesspiel seiner Artgenossen. Von der Gruppe zu diesem Zeitpunkt abgetrennte Weibchen bewegen sich mit lautstarkem Geschrei, sowie Hüpfen, springen und winken abseits der Fläche und versuchen dabei scheinbar die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Dies hat meist keinen direkten Wechsel der Weibchen zufolge [es wird vermutet, dass der Klammergriff des Hssfg-Weibchens während des Balztanzes fast unlösbar ist und es kein entkommen für die Männchen mehr gibt. Gelingt es allen Männchen gleichzeitig sich von den Weibchen wegzudrehen, so fangen diese sie in kürzester zeit durch ihren scheinbar betörenden Bewegungen wieder ein. Es wird derzeit diskutiert, ob sich das Weibchen zu diesem Zeitpunkt spezifischer Duftabsonderungen bedient, welche das Männchen kurzzeitig lähmt und an einem Fortkommen hindert.] Zum erneutem Liebesspiel lässt sich aber oftmals ein Wechsel in den Paarungen erkennen, die ausgetauschten Weibchen bewegen sich dann meist humpelnd [unsere zu Rate gezogen Orthopäden sind sich weitgehend einig, dass es sich um eine Stützbeinlahmheit mit Ursprung im Knie handelt] am Rande der Fläche und zeigen das bereits oben beschriebene Verhalten.

Ob zur Zeugung der Jungen die Bewegung auf der Fläche oder das nachfolgenden Massenputzverhalten notwendig ist, konnte bislang noch nicht geklärt werden.

Nach dem Balztanz zeigt diese spezielle Art nun rhythmische Lautäußerungen, die scheinbar der Kommunikation dienen sollen. Bei den anderen Unterarten des Homo sapiens salticus formationis führt dies meist zu Verwirrung, aber scheinbar deutlicher Sympathie, der Homo sapiens salticus formationis chemnitcis jedoch zeigt sich jedoch scheu und verängstigt. In jüngster Zeit soll es jedoch einigen wagemutigen Forschern gelungen sein, sich dieser faszinierenden Art stark zu nähern und sogar die rhythmischen Gesänge der Männchen aufzunehmen. Wir warten derzeit gespannt auf die Auswertung der Aufnahmen.

Jungenaufzucht

Bei der Jungenaufzucht konnte bisher nur ein Pärchen beobachtet werden. Es scheint, dass der Hssfg unipar ist, aber mehrere Junge verschiedener Altersstufen gleichzeitig großzieht. Dabei werden die Jungtiere jedoch außerordentlich früh mit dem Balzritual der Art konfrontiert.

Individualverhalten

Es ist auffällig, dass sich in der Gruppe teilweise feste Paarungen zusammen zu finden scheinen, während andere Individuen den Partner während eines Gruppenverhaltens fast schon promiskuitiv wechseln. Derzeit wird mit Spannung erwartet, ob die Bildung von Paarungen die Zeugung von Jungtieren zur Folge hat  und wir bald in der Lage sind noch weitere Jungtiere dieser faszinierenden Art zu bestaunen.

Futteraufnahme

Bei  der Wahl des Futters konnten noch keine besonderen Präferenzen beobachtet werde, der gemeine Hssfg ist also omnivor. Das Nahrungsspektrum erstreckt sich von tierischen Produkten über Obst und Gemüse und Süßigkeiten, wobei sich hier scheinbar besonder Jahrmarktswaffeln großer Beliebtheit erfreuen. Manche Individuen hingegen scheinen tierische Produkte zu meiden, ob dies in Zusammenhang mit dem verlängerten Deckhaar bei diesen speziellen Individuen in Zusammenhang steht, wird noch geforscht.

Der gemeine Giessener Formationstänzer ist also ein facettenreiches Wesen, über welches noch großer Forschungsbedarf besteht. Allerdings ist es eher schwierig sich der Gruppe zu nähern, da sie sich ausserhalb der Brunftzeit sehr scheu, in der Brunft jedoch ihr betörendes und vereinahmendes Wesen zeigt. Wir hoffen, ihnen bald mehr Informationen zur Verfügung stellen zu können.

... to be continued

© Feb 2008 TÄ R. Fröhlich

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