Rot-Weiß-Club Gießen e.V.
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14.06.2014: Ullrich und Carmen Sommer bestreiten elfte WM-Teilnahme

Madrid war in diesem Jahr der Schauplatz zweier Weltmeisterschaften im Seniorentanzsport. Die spanische Hauptstadt war Anziehungsmagnet der Spitzenpaare aus aller Welt in den lateinamerikanischen wie in den Standardtänzen. In der lateinamerikanischen Disziplin der Senioren II vertraten Ullrich und Carmen Sommer (Rot-Weiß-Club Gießen) nicht nur die heimischen, sondern auch die bundesdeutschen Farben und gingen dabei bereits zum elften Mal in ihrer Tanzsportkarriere bei einer WM an den Start.

Bereits zum vierten Mal wurde eine WM für die Altersgruppe der Senioren II (über 40/45 Jahre) in der Lateindisziplin ausgerichtet. Die erneut gestiegene Teilnehmerzahl von 101 gemeldeten und schließlich 96 angetretenen Paaren zeigt der World Dancesport Federation (WDSF), dass diese noch „junge“ Weltmeisterschaft ein absoluter Magnet für die Seniorenlateinpaare rund um den Erdball ist.

Ein solcher Wettkampf wie die WM verlangt den Paaren einiges ab. Zunächst hieß es aufmerksam sein, denn der Turnierbeginn 12 Uhr wurde zweimal nach vorne verlegt. Da hieß es, bloß nicht den ersten Tanz zu verpassen. So starteten die 96 Paare aus 21 Nationen von USA und Kanada über Japan bis hin nach Australien schließlich bereits um 11.05 Uhr. Ullrich und Carmen Sommer, sonst auf solchen Turnieren im fernen Ausland meist als „Alleinkämpfer“ unterwegs, hatten in diesem Jahr erstmals professionelle Unterstützung durch ihre mitgereiste Trainerin Olga Müller-Omeltchenko, selbst mehrfache Lateinweltmeisterin zusammen mit ihrem Mann Ralf Müller, die sie vor Ort coachte. Gut vorbereitet und vor allem konditionell gut aufgestellt gingen Sommers dann in den Wettkampf. Aus den 96 Paaren der Vorrunde wurden zunächst 24 ermittelt, die sich direkt für die nächste Runde qualifizierten. Sommers mussten zusammen mit 71 anderen Paaren in den Redance, hatten aber mit einem überzeugenden Vorstellung und guter tänzerischer Leistung klar die Qualifikation für die Runde der 48 Paare in der Tasche. In der Achtelfinalrunde waren die Gießener dann allerdings vom Pech verfolgt. Vor allem im Paso Doble, einem Tanz der vom ersten bis zum letzten Takt auf den phrasierten Tanz komplett durchchoreographiert ist, wurden Sommers so sehr von anderen Paaren gestört, dass sie diesen Tanz abbrechen und wieder neu beginnen mussten. Sehr zu überzeugen wussten sie hingegen in ihrem Paradetanz Rumba, den sie äußerst gefühlvoll auf das Parkett brachten. Dennoch reichte es in diesem Wettkampf nicht, sich für die 24er-Runde zu qualifizieren, und so belegten Ullrich und Carmen Sommer den für sie enttäuschenden 34. Platz. Auch wenn das Ergebnis für die beiden Gießener nicht zufriedenstellend war, nahmen sie jedoch die Erfahrungen aus diesem Wettbewerb mit nach Hause und hatten auch das direkte Feedback ihrer Trainerin Müller-Omeltchenko, die aufgrund der tänzerischen Leistung von Sommers in jedem Fall eine weitaus bessere Platzierung für möglich gehalten hat.

Einige Veränderungen gab es auch im Finale. Neue Weltmeister der Senioren II wurden die Finnen Timo Lindfors/Ekatarina Krutovskaya-Kauppinen, die Gold vor den Manuel Ramírez/Julia López aus Spanien holten. Auch Bronze ging an das Gastgeberland Spanien zu Jordi Mayral Esteban/Eva Aguilera Llobera. Bestes deutsches Paar waren Markus und Stephanie Grebe (Lorsch/Bergstraße), die hessischen Meister wurde auf der WM Vierte. Frantisek Beres/Miriam Beresova (Slovakei) und die Weltmeister des Jahres 2012, Petri und Ulla Jarvinen (Finnland), belegten die Ränge fünf und sechs.
An gleicher Stelle wurde auch die Weltmeisterschaft der Senioren III in den Standardtänzen ausgetragen. Hierbei ertanzte unter 151 Mitkonkurrenten ein hessisches Paar die WM-Krone. Michael und Beate Lindner (Darmstadt) siegten ganz eindeutige in allen Tänzen. Im siebenpaarigen Finale ließen sie den Paaren aus Finnland, Italien und Japan keine Chance und holten sich zum ersten Mal den Weltmeistertitel in der Senioren III Standard.